Viele Menschen haben derzeit Angst, sich mit dem Covid-19-Virus zu infizieren. Bei gesundheitlich geschwächten Personen greift es oft die Lunge an, was in schweren Fällen zu lebensbedrohlichen Lungenentzündungen führen kann. Viele warten auf einen Impftermin. Eine Impfung mit einem wirksamen Impfstoff – etwa von Pfizer/BioNTech oder Moderna – ist zweifellos wichtig. Doch sowohl vor als auch nach der Impfung können wir selbst aktiv werden und durch körperliche und psychische Selbstoptimierung unsere Widerstandskraft gegen das Coronavirus und seine Mutationen verbessern.
Tatsächlich ist es entscheidend, unsere Atmung zu optimieren und besser zu verstehen, wie wir unsere Lunge und unseren gesamten Stoffwechsel stärken können. In seinem wegweisenden Buch Sauerstoff beschreibt Patrick McKeown eindrücklich, warum richtiges Atmen so wichtig ist – und dass viele Menschen zu viel durch den Mund atmen, wodurch dem Körper der benötigte Sauerstoff zu schnell wieder entzogen wird. In Ländern wie China, Taiwan, Südkorea und Kambodscha – die bisher vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen sind – praktizieren viele Menschen Qi Gong: eine meditative, den gesamten Stoffwechsel anregende, ganzheitliche Bewegungsform. Sie basiert unter anderem auf gezielter Nasenatmung über das Zwerchfell. Qi Gong wirkt präventiv und heilend, stärkt die Konstitution, verzögert die Hautalterung und kann die Lebensdauer verlängern. Wer durch Taipehs Parks spaziert, wird feststellen: Qi Gong ist dort eine Massenbewegung.
Diese ganzheitliche Sichtweise hat viele Vorteile im Umgang mit Infektionskrankheiten wie Covid-19. Ein Virus lebt nicht eigenständig – es benötigt unsere Zellen. Werden diese durch gezielte Selbstoptimierung gestärkt, fällt es dem Virus schwerer, den Körper zu infizieren. So erkranken viele Menschen entweder gar nicht oder nur leicht.
Eine starke Immunabwehr ist essenziell zur Vorbeugung. Sie funktioniert jedoch nur dann effektiv, wenn der Stoffwechsel auf Hochtouren läuft – und das gelingt wiederum nur bei richtiger Atmung.
Der Bolt Score Test – wie effizient atmest du wirklich?
Du solltest zunächst wissen, wie effektiv deine Atmung derzeit ist. Der Bolt Score Test hilft dir dabei:
- Nimm eine entspannte Position ein (z. B. zurückgelehntes Sitzen oder Rückenlage) und verweile mindestens fünf Minuten so.
- Atme sanft durch die Nase ein – und ebenso sanft wieder aus.
- Nach der Ausatmung verschließe die Nase mit den Fingern. Der Mund bleibt geschlossen.
- Zähle nun die Sekunden, bis der erste Impuls zum Atmen entsteht (z. B. Bauchmuskelkontraktion oder Flügelnase).
- Das Ergebnis ist dein Score. Atme danach entspannt weiter.
Atemtraining zur Optimierung deiner Widerstandskraft
Du willst deine Atmung verbessern und dich fitter und widerstandsfähiger gegen Covid-19 machen? Glücklicherweise ist das einfacher, als viele denken.
Nimm einen kleinen, sanften Atemzug durch die Nase und atme ebenso sanft durch den Mund aus. Dann halte dir die Nase zu und bewege deinen Kopf sanft auf und ab. Halte den Atem so lange wie möglich an. Danach lasse die Nase los und atme wieder durch die Nase. Warte 30–60 Sekunden und wiederhole die Übung.
In Kulturen, die mit der Pandemie besser umgegangen sind als viele westliche Länder, ist Nasenatmung seit Langem verbreitet. Schon die Samurai in Japan wussten um ihre Kraft. Auch in der Tang-Dynastie in China nutzten Mönche Nasenatmung zur Meditation.
Nasenatmung, bei der tief ins Zwerchfell eingeatmet und länger ausgeatmet wird, erhöht die Sauerstoffsättigung im Blut um 10–15 % im Vergleich zur Mundatmung. Das verbessert die Sauerstoffversorgung der Organe und steigert den Energielevel – und damit auch die Leistungsfähigkeit des Stoffwechsels. Dieser Effekt beruht auf einer physiologischen Reaktion auf Stickstoffmonoxid (NO), das in den Nasennebenhöhlen gebildet wird und bei der Nasenatmung in die Lunge gelangt. Patrick McKeown fand heraus: Dieses NO hat antivirale Eigenschaften und kann daher potenziell auch vor Covid-19 schützen.
Atem anhalten – gezielte Anpassung und Leistungssteigerung
Eine weitere effektive Technik besteht im bewussten Anhalten des Atems. Das senkt kurzfristig die Sauerstoffsättigung im Blut – was paradoxerweise die körperliche Leistung und Krankheitsresistenz steigert. Die vermehrte Produktion von Wasserstoff-Ionen erhöht die Pufferkapazität und die anaerobe Ausdauer. Regelmäßiges Atemanhalten kann langfristig zu mehr Fitness und Widerstandskraft führen – und genau das ist unser Ziel in der Pandemie.
Im alten China glaubte man an die Kraft Qi, die über die Atmung aufgenommen wird – besonders durch die Nase. Dort galt: Je mehr Qi in der Lunge zirkuliert, desto resistenter ist der Mensch gegen Atemwegserkrankungen. Könnte also der Erfolg Chinas im Umgang mit der Pandemie nicht nur an harten Maßnahmen liegen, sondern auch an dieser stärkeren körperlichen Widerstandskraft?
McKeowns Forschung zeigt: Eine verlangsamte Nasenatmung ist ein Schlüsselfaktor. Altes fernöstliches Wissen wird durch moderne westliche Wissenschaft bestätigt. Nutzen wir es – und optimieren wir unsere Atmung, um fitter, gesünder und widerstandsfähiger zu werden. Auch der bekannte Neurowissenschaftler Andrew Huberman empfiehlt Nasenatmung zur Senkung der Herzfrequenz und Yoga-Nidra zur besseren Sauerstoffversorgung.
Nutze altes Wissen und moderne Forschung
Kombiniere fernöstliche Atemtechniken mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen – und dein Stoffwechsel wird dich durch die Pandemie tragen.
