Auch die besten Fußballtrainer machen manchmal einen entscheidenden Fehler, wenn sie Dribbelkünstler in ihr Spielsystem integrieren – wir zeigen euch die überraschende Wahrheit!
Die Entscheidung in einem großen Spiel fällt oft durch ein Dribbling in einer 1-gegen-1-Situation – insbesondere in der entscheidenden Phase eines Matches, wenn eine Mannschaft einen oder mehrere technisch starke Spieler in ihren Reihen hat. Es ist wichtig, diese Dribbelfähigkeiten auch innerhalb eines vom Trainer vorgegebenen Spielsystems weiter zu trainieren, zu verbessern und zu integrieren.
Leider kommt es immer wieder vor, dass junge, extrem dribbelstarke Spieler nach einem Wechsel zu einem größeren Verein diese Fähigkeiten nicht weiterentwickeln – oder sich sogar zurückentwickeln. Viele Trainer fordern eine bedingungslose Unterordnung unter ihr Spielsystem, was dazu führen kann, dass individuelle Fähigkeiten nicht mehr gezielt gefördert und weiterentwickelt werden.
Ein Paradebeispiel dafür ist die Entwicklung der Dribbelkunst von Julian Brandt. Als er Stammspieler bei Bayer Leverkusen war, beherrschte er den Ball so gut, dass er sich auch unter Druck vom Gegner jederzeit durch Drehungen oder Dribblings befreien konnte. Diese Fähigkeiten zeigte er auch als Nationalspieler während der Weltmeisterschaft 2018 im Spiel gegen Schweden. Nach seinem Wechsel von Leverkusen zu Borussia Dortmund hingegen vermisst man seine individuelle Brillanz im 1-gegen-1-Spiel häufig.
Die entscheidende Frage lautet also: Wer trägt die Verantwortung für diese Rückentwicklung? Aus unserer Sicht liegt sie in erster Linie beim Trainer, der mehr Wert auf Systemtreue legt als auf individuelle Entfaltung. Erst in zweiter Linie ist der Spieler selbst verantwortlich – möglicherweise hat er vergessen, wie wichtig es ist, regelmäßig gezielt 1-gegen-1-Situationen zu trainieren, um das eigene Niveau zu halten oder weiterzuentwickeln.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Jadon Sancho. In der Saison 2019/2020 war sein Dribbling äußerst effizient, doch in der ersten Hälfte der Saison 2020/2021 ließ er diese Fähigkeiten vermissen. Das Trainerteam des BVB sollte überlegen, wie es die 1-gegen-1-Stärken von Brandt und Sancho wieder aktivieren und gezielt fördern kann. Gleiches gilt für das Ausnahmetalent Moukoko.
Auch beim FC Bayern München sehen wir eine vergleichbare Problematik – beispielsweise bei Leroy Sané. Er hat bei Manchester City seine individuelle Klasse bewiesen. Vielleicht ließ ihn Pep Guardiola ziehen, weil Sané seine individuellen Stärken zu sehr in den Vordergrund stellte. Aber war diese Entscheidung wirklich richtig? Wir glauben das nicht. Die Zeit wird zeigen, ob sich Sanés Fähigkeiten weiter- oder zurückentwickeln.
Ein zentraler Aspekt darf in dieser Diskussion nicht vergessen werden: Solche Ausnahmefußballer tanken durch ihr Spiel SELBSTVERTRAUEN. Wenn man ihnen diese Spielweise nimmt, sinkt oft ihr gesamtes Leistungsniveau – inklusive Ballkontrolle, Präsenz, Torabschlüsse, Laufverhalten, Konzentration und allgemeiner Ballsicherheit, die alle mit der Dribbeleffizienz zusammenhängen.
Diese Zusammenhänge betreffen Spieler in jeder Liga und in jedem Alter. Deshalb liegt es in der Verantwortung der Trainer, die richtige Balance zwischen individueller Klasse und mannschaftlicher Taktik zu finden – eine echte Win-Win-Situation. Es ist entscheidend, dass außergewöhnlich talentierte Spieler ihre Dribbelfähigkeiten ins Spielsystem einbringen dürfen, um ein Spiel prägen zu können.
Doch liegt es wirklich nur am Trainer und dessen Spielsystem? Oder gibt es noch weitere Ursachen für den Verlust von Dribbelstärke? Wir sind überzeugt, dass viele Spieler heutzutage das 1-gegen-1 nicht mehr ausreichend trainieren – ein entscheidender individueller Faktor, der im modernen Fußball oft vernachlässigt wird.
Dass es auch anders geht, zeigt der Blick auf Bayern-Star Robert Lewandowski – Weltfußballer des Jahres 2020. Durch gezieltes individuelles Zusatztraining hat er seine Dribbelstärke kontinuierlich verbessert und passt dennoch perfekt ins Spielsystem des FC Bayern. Vielleicht sollten wir ihn fragen, wie er mit über 30 Jahren noch besser werden konnte:
- Was ist sein Geheimnis?
- Wie wichtig ist Talent – und wie wichtig ist Fleiß?
- Welche Übungen helfen, erstklassige Dribbeltechniken zu entwickeln?
- Wie groß ist die Rolle mentaler Stärke?
- Und wie kann ein Trainerteam junge Spieler dabei unterstützen?
Ein weiterer Ausnahmekönner ist der Brasilianer Neymar – vielleicht der aktuell beste Dribbler der Welt. Auch ihn würden wir gerne fragen, wie es ihm gelingt, seine Klasse über Jahre hinweg zu bewahren. Wie viel Zeit widmet Neymar regelmäßig dem 1-gegen-1-Spiel?
Spitzen-Trainer wie Hansi Flick und andere sollten nie vergessen, die individuellen Stärken ihrer Stars gezielt zu fördern – denn sie entscheiden oft ein Spiel. Und nur wenn diese Ausnahmespieler ihre Stärken ausleben dürfen, können sie ihre volle Leistung abrufen.
Autoren
Matthäus Wdowiak
Andreas Wdowiak
Agnieszka Czerwińska
